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Kunststoff aus Holz
Flüssiges Holz ersetzt Plastik
Vor drei Jahren haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts ein Verfahren patentieren lassen, mit dem aus wertlosem Lignin - einem Abfallprodukt aus der Papierherstellung - flüssiges Holz gewonnen werden kann. Es lässt sich wie Kunststoff verarbeiten.

Lignin ist mit etwa dreißig Prozent neben der Zellulose der wichtigste Bestandteil von Holz. Das neue Produkt Arboform lässt sich wie Kunststoff verarbeiten, besteht aber zu hundert Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Arboform fließt nur unter hohem Druck und starker Hitze. In üblichen Spritzgussmaschinen kann die Masse in jede beliebige Form gepresst werden. Die dabei entstehenden Gegenstände sehen wie Bakelit aus.

Um das Lignin von den Fasern zu trennen, werden die Holzschnitzel mit Magnesium-Bisulfat sechseinhalb Stunden gekocht und anschließend gebleicht. Heraus kommt reine weiße Zellulose, die pure Faser. Bei diesem Prozess bleiben weltweit jährlich fünfzig Millionen Tonnen Lignin übrig.

Aus Lignin können hochwertige Produkte hergestellt werden, die hinsichtlich Zug-, Druck- und Biegefestigkeit mit Polymer-Kunststoffen durchaus konkurrieren können. Das Lignin wird dabei mit natürlichen Abfallstoffen der Möbel- und Textilindustrie wie Fasern von Fichte, Buche, Hanf, Sisal oder Flachs vermischt. Um daraus das Granulat für Arboform herzustellen, bedarf es noch Additive, deren genaue Zusammensetzung allerdings Betriebsgeheimnis ist.

Man erhält einen Werkstoff, der zu hundert Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und problemlos entsorgt oder kompostiert werden kann. Arboform verrottet etwas langsamer als Holz, wenn es mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.

Tests haben gezeigt, dass Arboform auch in Kontakt mit der Haut oder in Kontakt mit Speichel verwendet werden kann, ohne sich aufzulösen. Die Firma Tecnaro stellt nur das Granulat her, das dann von Kunststoffbetrieben weiter verarbeitet werden kann. Je nach Produkt wird die Zusammensetzung des Granulats leicht verändert, um eine noch bessere Qualität zu erzielen.

Besonders gut eignet sich der Werkstoff im Modellbau. Arboform bleibt bei Erwärmung formstabiler als Kunststoff, wodurch es auch für Präzisionsmaschinen gut tauglich wird. Es nimmt weniger Feuchtigkeit als Holz auf und gibt unter Schlägen nicht so schnell nach.

Letztlich kann fast jede erdenkliche Form aus flüssigem Holz hergestellt werden. Inzwischen besitzt Arboform auch das Unbedenklichkeitszertifikat für Spielwaren. Es enthält keine Weichmacher, wie die zuletzt in die Schlagzeilen geratenen Kunststoffe. 3000 Anfragen von Kunststoff verarbeitenden Betrieben gibt es inzwischen. Von vielen Design-Produkten existieren bereits Prototypen aus Arboform. Sie gehen demnächst in Serie.

 
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