Zur Geschichte des Korrosionsschutzes und der Korrosionsforschung

 

 

1. Periode

 

Von der Urgesellschaft bis zum  Beginn des 15. Jahrhunderts:

 

Technik war durch Landwirtschaft, später durch Handwerk bestimmt.

 

3000 v.u.Z. bereits Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zinn, Eisen, Quecksilber und Bronze bekannt.

 

Kulturen des alten Orients und der Antike: Gewaltige Leistungen im Wasser- und Straßenbau, Schiffbau, Bergbau und Hüttenwesen sowie Großbauten.

 

In der Antike Anwendung von Schmelztauchverzinnung, Vergolden und Versilbern mit Amalgamen. Passiver KS im Römischen Imperium weit verbreitet: Teer, Pech und Bitumen, Bleiweiß, Mennige, Gips und Kalkmilch.

 

Bewahrung und Weiterentwicklung des Niveaus der Antike durch Araber mit Einflüssen aus Asien und China.

 

Das Wort „Rost“ und seine Entsprechungen in allen indoeuropäischen Sprachen ist urverwandt mit dem Wort „Rot“, was einen Bezug zum Eisenrost darstellt.

 

„Rostfreie“ Schwerter der Wikinger wurden zur Legende. („SCRYME“).

 

Stagnation im europäischen Mittelalter.

 

Aufblühen der Städte, Entwicklung neuer Organisationsformen der Produktion in Europa durch Zünfte.

 

Neue Beziehung des Menschen zur Natur (Renaissance)

Da Vinci, Agricola, Gutenberg, von Guericke.

 

2. Periode (1450 - 1870)

 

Von der Renaissance bis zur industriellen Revolution

 

Erfindung des Buchdrucks. Entdeckungsreisen, Manufakturwesen, Maschinenarbeit (Dampfmaschine, Wasserkraft).

Entwicklung und Einbeziehung der Wissenschaft in die Produktion.

 

Entwicklung der Metallurgie. Beginn der Roheisenerzeugung.

 

Alchimie ® Chemie. Phlogistontheorie (Stahl) ® Oxydationstheorie (Lomonossow, Lavoisier).

 

Achard (1788) - Beschreibung physikalischer und chemischer Eigenschaften von etwa 900 Legierungen einschließlich der Korrosionseigenschaften.

 

Einführung der Weißblechproduktion in Sachsen, danach in England
(ab 1740).

 

Billiger Brennstoff und Reduktionsmittel Steinkohle - Beginn industriell verursachter Korrosionsprobleme in der Technik. Maschinen- und Schiffbau fordern Zuverlässigkeit von Aggregaten und damit verbesserte Korrosionsschutztechnologien.

 

Ab 1800 Beginn wissenschaftlicher Korrosionsforschung. Volta’sche Säule. Wasserelektrolyse (Nicholson, Carlisle).  Elektrochemische Spannungsreihe (Ritter). Kathodischer Korrosionsschutz (Davy).

Korrosionsbeständige Legierungen. Passivität des Eisens (Faraday).

 

Faraday schafft moderne Grundlagen der Elektrochemie. Exakte Terminologie, wie z.B. Elektrolyse, Elektrolyt, Elektrode, Kathode, Anode wurde ebenfalls von Faraday geprägt.

 

Erfindung des Wellblechs 1844 - erstes feuerverzinktes Halbzeug in Massenproduktion für Masseneinsatz.

 

 

 

 

3. Periode (1870 bis jetzt)

 

Anfang des 20. Jh. Beginn der Einbeziehung der neu entstandenen Metallkunde, Festkörperphysik und Festkörperchemie in die Korrosionswissenschaft.

 

Korrosionsschäden durch Streuströme mit der Entwicklung der Elektrotechnik. Aktiver KS mit Opferanoden ab 1900, mit Fremdstrom ab 1928 (KUHN).

 

Verwendung galvanischer KS-Schichten seit dem 1. Weltkrieg. Verchromung 1924, auch galvanische Verzinnung und Verzinkung.

 

Chemische Großindustrie erforderte während des 1. Weltkrieges die Entwicklung warmfester und druckwasserstoffester Stähle.

 

1905 bis ca. 1925 Entwicklung nichtrostender hochlegierter Stähle.

 

Entwicklung der physikalischen und Elektrochemie ab 1900.

 

Theoretische Klärung von Korrosionsmechanismen, umfassende theoretische und praktische Korrosionsforschung ab etwa 1920 bis heute.

 

Ab Mitte der 30iger Jahre des 20.Jh. bis heute ständige Weiterentwicklung von Methoden des passiven Korrosionsschutzes. Anstriche auf der Basis synthetischer Hochpolymere, Dispersionsanstrichstoffe, „Dickschichter“, Plastpulverbeschichtung eröffneten neue Perspektiven.

 

Hervorzuheben ist die neue Generation oberflächenbeschichteter Werkstoffe durch PVD bzw. CVD.

 

Beratung / Werkstoffe

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