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Medienmitteilung
Villigen PSI, 13. Februar 2003


PowerPac beim Swiss Technology Award ausgezeichnet



Sauberes Kraftwerk im Köfferchen

Mobil, leise und dazu noch emissionsfrei: Das Brennstoffzellensystem PowerPac vereinigt viele Vorteile. Der tragbare Stromgenerator wurde am Paul Scherrer Institut (PSI) und an der ETH Zürich entwickelt und erhält heute Donnerstag beim Swiss Technology Award eine der begehrten Auszeichnungen für Schweizer Innovationen.

Rasenmäher ohne lästigen Lärm, Wohnwagen mit umweltfreundlicher Elektrizität, Kettensägen ohne stinkenden Dieselgenerator, Rollstühle mit effizientem Antrieb; PowerPac machts möglich. Das Brennstoffzellensystem wandelt Wasserstoff in Wasser und Wärme um und erzeugt dabei direkt elektrischen Strom. Konzipiert ist es für den Leistungsbereich von 500 bis 2000 Watt – zur Stromversorgung von mobilen Geräten und Kleinfahrzeugen aller Art.

In PowerPac steckt eine spezielle Technologie. Anders als bei Brennstoffzellen für Autoantriebe oder für die WärmeKraft-Kopplung in Heizanlagen muss das System möglichst einfach, kompakt und leicht gebaut sein. Ein Forschungsteam des PSI und der ETH Zürich arbeitete in den vergangenen zwei Jahren für PowerPac entscheidende Konzepte aus. Erprobt und patentiert wurden Innovationen beim elektrochemischen Prozess und bei der Konstruktion, wie zum Beispiel eine ideale Abwärmenutzung. Das Projekt wird finanziert vom Bundesamt für Energie, der ETH Zürich und vom PSI.

Produkt mit Potenzial für den Weltmarkt
Den Prototyp für ein 1000-Watt-System baut zurzeit das PSI-ETH-Team zusammen mit verschiedenen Industriepartnern auf. Er soll an der kommenden Hannover Messe vom 7. bis 12. April ausgestellt werden. Von der modularen Produktreihe verspricht man sich grosse Marktchancen, weil sie mit zahlreichen Vorteilen aufwartet: einem hohen Wirkungsgrad von gegen 40 Prozent, geringem Bedarf an Wasserstoff, schnellem Auftanken und einem tiefen Geräuschpegel. Auch ökologisch vermag PowerPac zu überzeugen, angesichts der globalen Klimaerwärmung ein zunehmend wichtiger Aspekt.

Im Handel wird das Produkt erst in einigen Jahren erhältlich sein. Doch für die durchdachte Schlüsseltechnologie erhalten die PowerPac-Forscher heute Donnerstag beim diesjährigen Swiss Technology Award ( http://www.swisstechnology-award.ch ) einen der attraktiven Preise für Schweizer Innovationen. Das Herzstück des zukunftsweisenden Kraftpakets sind Brennstoffzellen, die aus Wasserstoff praktisch schadstofffrei Elektrizität produzieren. Entscheidend für die Umweltbilanz ist die Art, wie der Wasserstoff hergestellt wird. Wird der Treibstoff mit fossilen Brennstoffen produziert, funktioniert PowerPac nur lokal schadstofffrei und klimaneutral. Am umweltfreundlichsten ist Wasserstoff aus erneuerbaren Ressourcen wie Sonnenenergie oder Holz. Dabei entstehen in der Energieprozesskette des Stromgenerators weder Schadstoffe noch Treibhausgase.


 
Projekt PowerPac


Mit PowerPac wird eine portable Stromaggregat-Familie von 0,5 bis 2 kW entwickelt. Als technologische Grundlage dient die bei Niedertemperatur operierende Polymer-Elektrolyt-Brennstoffzelle (PEFC). Die eigentliche Produktidee liegt in der vielseitigen Anwendung des Geräts als mobile Stromquelle.
Involvierte Institute: Zentrum für Produkt-Entwicklung an der ETH Zürich, Labor für Elektrochemie am PSI, Institut für Mess- und Regeltechnik der ETH sowie verschiedene Industriepartner
Finanzierung: Bundesamt für Energie, ETH Zürich und PSI
Problemstellung: Der Stapel sowie unterschiedlichste periphere Komponenten wie Kühlung, Befeuchtung, Wasserstoffrückführung, Leistungselektronik und Regelung tragen zur Funktion, zum Wirkungsgrad, zum Gesamtgewicht und zu den Gesamtkosten bei. Der angestrebte Gesamtwirkungsgrad von ca. 40% kann nur durch radikale Systemvereinfachung und Funktionsvereinigung erreicht werden.
Lösung: Die Befeuchtung der Luft, notwendig für eine optimale elektrochemische Reaktion, wurde direkt in den Stapel integriert. Durch den Wegfall des Nebenaggregates wird das PowerPac so kostengünstiger sowie leichter und kompakter. Ein neuartiges Dichtungskonzept mit einer Graphitfolie zwischen den Bipolarplattenhälften ersetzt den aufwändigen Klebeprozess. Mit demselben Material werden auch die Stromabnehmer neu gestaltet. Diese drei Innovationen wurden als Patente hinterlegt.
Mehr Information zum PowerPac gibts unter http://www.powerpack.ch .

Bilder (in hoher Auflösung) lassen sich vom Internet herunterladen unter: 
http://www.cc.ethz.ch/medieninfo

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